Steak, Bars, Eiswürfel, Liebe: Zweitausendzwölf.
Was ist das schon, ein Jahr. Zwischen 8760 und 8784 Stunden, das ist wie 8760 Mal im Hochsommer am Hauptbahnhof in Hannover stehen und bei 35° im Schatten auf einen Anschlusszug nach Berlin warten: eigentlich ein überschaubarer Zeitraum, und trotzdem sieht es nach einer Ewigkeit aus, wenn es erst angefangen hat. Und dann ist es [...]
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Montag Morgen, der Weg zur U-Bahn. Niemand ist auf den Straßen, es ist eigentümlich leise. Alle Bahnen: menschenleer, bis auf ein paar Touristen mit Rollkoffern, wahrscheinlich haben sie ihren Flieger verpasst, warum sonst sollten sie noch hier sein. Es ist doch niemand mehr hier, alle haben die Stadt verlassen, sind unterwegs zu ihren Familien, wie [...]
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Es ist wie jeden Samstag: Die Leute rennen durch die Straßen, stoßen mit großen Einkaufstüten an andere Leute, stolpern in Geschäfte, fahren mit ihren Einkaufswägen über Füße und durch einen kleinen weißen See, den eine zerbrochene Milchflasche auf den Fliesen hinterlassen hat. Das Pling der Scannerkassen, das Stimmengewirr, das streitende Pärchen, das sich nicht auf eine [...]
Weihnachten 2012: Bekenntnisse einer Nichtfeiernden
Überall wo man etwas kaufen kann bei Facebook schreit es schon seit Monaten BALD IST WEIHNACHTEN. Und dann wacht man eines Morgens friedlich auf, und es ist der 21. Dezember. 3 Tage bis Heiligabend. OH. Nun ist ja der gregorianische Kalender bereits seit ein paar Jahren relativ konstant, mit dem Eintreten von Weihnachten wäre also [...]
Ein Neon-Negativ, ein Spiel mit dem Feuer und zwei Katzen: Die fünfundzwanzig Ecken einer Wohnung und ihre Geschichten
“Wir wünschen Ihnen alles Gute, auch privat.” Ich werfe den Brief ins Eck. In dem selben Eck liegen auch schon Schreiben von meiner Krankenkasse, dem Finanzamt, der Bank, mein Schweizer Taschenmesser und ein ungeöffneter Brief von einer verflossenen Liebe, bis heute ist nicht klar, ob es jemals Liebe war, was wir uns da einbildeten, der [...]
Heavy Metal, Halbstarke, Hosentaschen: Musik im öffentlichen Personennahverkehr in einer ganz normalen Nacht an einem ganz normalen Freitag (fast jedenfalls)
Es ist Freitag Abend, ich stehe in der U-Bahn. Ich stehe immer in der U-Bahn, das hält mir die Möglichkeit offen, schnell meinen Standort zu wechseln, ich empfinde schlimme Gerüche als sehr unangenehm und kann es vor allem, besonders morgens, nicht ertragen, wenn sich jemand mehr oder weniger auf mich draufsetzt. Und wenn ich stehe, [...]
Risse
Manchmal kommt es, dass in einer Wand ein Loch ist, weil man mit einer Bohrmaschine nicht umgehen kann oder zu spät gemerkt hat, dass einem die Wand entgegenrieselt, in feinen Körnchen. Seufzend sucht man die Kiste, in der man doch … man findet die Spachtelmasse, die man beim letzten Umzug gekauft hat, rührt sie an, [...]
Liebe ist ein mürber Keks (und umgekehrt)
Liebe ist der Schweizer Franken unter den Gefühlen. Und was kann selbst an Weihnachten nicht aufhören, an der Börse zu zocken? Das Spekulatius. Spekulatius reimt sich auf Kuss, aber Kuss ist nicht Liebe, Kuss kann Liebe sein, muss aber nicht, mathematisch ausgedrückt bedeutet das, dass eine Schnittmenge vorliegen kann, jedoch gleichzeitig eine stochastische Unabhängigkeit. Stochastisch abhängig wären sie, [...]
Das Verhältnis der Deutschen zur englischen Sprache
Ich erleide regelmäßig krampfartige Schmerzen im Sprachzentrum meines Gehirns, wenn ich englische Texte lese, die von Deutschen geschrieben wurden. Mittlerweile denke ich darüber nach, mit der Lektüre der gesamten Reden Günther Oettingers oder Zitate ausgewählter Ex-Fußballer wie Berti Vogts und Franz Beckenbauer eine Konfrontationstherapie zu beginnen. Nur Lothar Matthäus, das wär doch noch ein bisschen zu krass.
Nach einem langen Leidensweg habe ich mich daher nun entschlossen, an die Öffentlichkeit zu treten und zu sagen:
Liebe deutsche Mitbürger. …
Oh, Boy
Gehören auch Sie zu den Menschen, die häufig sagen “man sollte ja viel häufiger ins Kino gehen”? Ersetzen Sie “ins Kino gehen” durch “ein Buch lesen”, “ins Theater gehen”, “selbst kochen”, “in Räumen mit Glitzergoldvorhängen sein” oder “früher Feierabend machen”, und vor Ihnen liegt der Lebensentwurf des Durchschnittsgroßstadtmenschen im Satzbaukastensystem. Dieser Typ, um den es [...]




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